Literaturtage Ingolstadt

Figurentheater: Ines Geipel und Studierende der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin

Moderation: Ines Geipel

Erster Abend 26.06.2022

Warum sollen Sie damit identisch sein?

Sie fordern Streitsucht, ein Verfallensein, ein ständiges Nachgebenmüssen – die Männer, denen Marieluise Fleißer in ihren jungen Jahren begegnet. „Warum sollen Sie damit identisch sein?“ untersucht anhand von Szenen aus Fleißers „Der Tiefseefisch“ die Begegnungen der Schriftstellerin mit dominanter und verletzlicher Männlichkeit, die sie stark beeinflusst haben. Ausgewählte Briefe ergänzen die Auseinandersetzung in der Konstellation Fleißer-Brecht-Draws-Tychsen im „Tiefseefisch“. Ein Abend als hybrides Spiel zwischen szenischer Lesung, Puppen- und Schauspiel.

Konzept und Spiel: Leon Schamlott, Laura Schulze und Maximilian Teschemacher

Zweiter Abend 27.06.2022

Die Dreizehnjährigen oder unsere Schwester Olga
Das Leben eines Kindes gleicht einer Fahrt auf einem Karussell: leicht, beschwingt und ohne Angst, von der Fliehkraft mitgerissen zu werden. Aber jedes Kind wacht eines Tages auf und fühlt sich zu groß für ein Pferdekarussell. Die Illusion zerbricht, und das ewiggleiche Kreiseln scheint plötzlich trist. Die frühe Fleißer-Prosa „Die Dreizehnjährigen“ erzählt von Kindern zwischen dörflicher Einöde und religiöser Tradition, zwischen Unaufgeklärtheit und fehlenden Vorbildern und zeigt sie in ihrem Versuch erwachsen zu werden. Ein Abend als hybrides Spiel zwischen Figurentheater, Erzählung und Schauspiel.
Konzept und Spiel: Madita Kuhfuhs, Tanja Linnekogel und Annika Schaper
Dritter Abend  28.06.2022
Stadt-Land-Fleißer
„Sie kehrte zurück, von wo sie ausgegangen war, in ein altes Haus, in dem ihre Brüder wohnten … Da erkannte sie, dass die ewige Lampe mit allzu grellem Schein in die Häuser der Sesshaften leuchtet“, heißt es in Marieluise Fleißers Prosa „Die Frau mit der Lampe“. Ein Abend aus den Zerrissenheiten der Autorin zwischen Heimatweh und Fernliebe, zwischen Metropole und Herkunft auf der Grundlage ihrer Briefe und Texte in den Jahren 1926 – 1933 unter dem Motto: „In der Gefahr suchte ich Schutz“. Ein Theater der Dinge aus Fleißers Sprache, aus ihren Zweifeln, Sehnsüchten und Entscheidungen.
Konzept und Spiel: Robert Richter und Sophia Walther

Vierter Abend  29.06.2022

Jetzt legt er die Hand auf ihr Knie hinüber, sie fühlt sich davon beschwert

Patriarchales bestimmt die geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze einer deutschen Provinzstadt der Zwischenkriegszeit. Sich trotz allem als Frau Freiheiten zu erobern, bedeutet gegen einen reißenden Strom zu schwimmen. Genau das tut Frieda Geier, die Protagonistin in Marieluise Fleißers einzigem Roman, indem sie die Heirat mit dem Tabakwarenhändler und Vereinsschwimmer Gustl Gillich verweigert. Damit geht sie ein existenzielles Risiko ein. Die „Mehlreisende“ Frieda Geier kämpft um eine Freiheit, deren Definition sie selbst erst noch finden muss. Eine Lesung in Szene gesetzt mit den hybriden Formen des Figurentheaters.

Konzept und Spiel: Almut Schäfer-Kubelka und Sven Tillmann

Termine

Ines Geipel und Studierende der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin
Warum sollen Sie damit identisch sein?
SO 26.06.2022 20:00 Uhr Altstadttheater

Ines Geipel und Studierende der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin
Die Dreizehnjährigen oder unsere Schwester Olga
MO 27.06.2022 20:00 Uhr Altstadttheater

Ines Geipel und Studierende der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin
Stadt-Land-Fleißer
DI 28.06.2022 20:00 Uhr Altstadttheater

Ines Geipel und Studierende der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin
Jetzt legt er die Hand auf ihr Knie hinüber, sie fühlt sich davon beschwert
MI 29.06.2022 20:00 Uhr Altstadttheater

Spielort

Altstadttheater, Kanalstraße 1a, 85049 Ingolstadt

Preise

Pro Veranstaltung: VVK (zzgl. Gebühren): 10€ / ERM 5€ // AK: 14€ / ERM 7€